Ängste und Panikzustände
Wenn Angst plötzlich Ihr Leben bestimmt
Angst gehört grundsätzlich zum Leben. Sie kann uns vor Gefahren schützen und uns helfen, aufmerksam zu sein.
Wenn Angst jedoch sehr häufig auftritt, unverhältnismäßig stark wird oder dazu führt, dass Sie bestimmte Situationen vermeiden, kann sie zu einer erheblichen Belastung werden.
Vielleicht kennen Sie Gedanken wie:
- „Was passiert, wenn ich wieder eine Panikattacke bekomme?“
- „Ich traue mich kaum noch, allein unterwegs zu sein.“
- „Warum reagiert mein Körper plötzlich so stark?“
- „Ich weiß eigentlich, dass keine Gefahr besteht – trotzdem bekomme ich Angst.“
- „Ich möchte wieder normal am Alltag teilnehmen können.“
Auch körperliche Beschwerden können Angst auslösen oder verstärken:
Herzklopfen, Schwindel, Engegefühl, Zittern, Atemnot, Schwitzen oder ein starkes Gefühl innerer Unruhe können sehr beängstigend sein.
Wenn Sie solche Erfahrungen machen, müssen Sie damit nicht alleine bleiben.
Angst verstehen und den Umgang damit verändern
Angst betrifft nicht nur die Gedanken. Sie kann sich gleichzeitig auf Körper, Gefühle und Verhalten auswirken.
Vielleicht beginnt es mit einem Gedanken. Darauf reagiert der Körper. Die körperliche Reaktion wird wiederum als Gefahr interpretiert – und die Angst nimmt weiter zu.
Dadurch kann ein Kreislauf entstehen:
Gedanke → körperliche Reaktion → Angst → verstärkte Aufmerksamkeit auf die Symptome → noch mehr Angst
In der therapeutischen Arbeit können wir gemeinsam betrachten, wie dieser Kreislauf bei Ihnen aussieht und welche Möglichkeiten es gibt, anders damit umzugehen.
Dabei geht es nicht darum, Angst einfach „wegzumachen“. Vielmehr können Sie lernen, Ihre Angst besser zu verstehen, körperliche Reaktionen früher wahrzunehmen und wieder mehr Handlungsspielraum zu gewinnen.
Panikattacken
Eine Panikattacke kann sehr intensiv sein. Herzrasen, Atemnot, Schwindel, Zittern, Brustenge oder ein Gefühl von Kontrollverlust können auftreten.
Besonders belastend ist häufig die Angst vor der nächsten Attacke
„Was ist, wenn es wieder passiert?“
Diese Erwartungsangst kann dazu führen, dass bestimmte Orte oder Situationen zunehmend vermieden werden – beispielsweise öffentliche Verkehrsmittel, Menschenmengen, Geschäfte, Autofahrten oder das Alleinsein.
Gemeinsam können wir anschauen, was Ihre Panik auslöst oder aufrechterhält und wie Sie Schritt für Schritt wieder mehr Sicherheit im Umgang mit solchen Situationen entwickeln können.
Ängste und Phobien
Angst kann sich auf ganz unterschiedliche Situationen oder Dinge beziehen.
Zum Beispiel:
- Angst vor bestimmten Tieren
- Angst vor Menschenmengen
- Angst vor dem Autofahren
- Angst vor dem Fliegen
- Angst vor Krankheiten
- Angst vor Kontrollverlust
- Angst vor sozialen Situationen
- Angst, sich zu blamieren oder negativ bewertet zu werden
- Angst vor bestimmten Orten oder Situationen
Manchmal ist der Auslöser klar. Manchmal ist die Angst schwer zu verstehen und scheint plötzlich aufzutreten.
Auch dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Wie ich Sie unterstützen kann
Zu Beginn geht es zunächst darum, Ihre persönliche Situation kennenzulernen.
Wir besprechen beispielsweise:
- Wann tritt Ihre Angst auf?
- Was passiert unmittelbar davor?
- Welche Gedanken kommen dabei auf?
- Wie reagiert Ihr Körper?
- Was tun Sie, wenn die Angst entsteht?
- Welche Situationen vermeiden Sie inzwischen?
- Was möchten Sie wieder tun können?
Auf dieser Grundlage können wir gemeinsam überlegen, welche therapeutischen Schritte sinnvoll sind.
Nicht jede Methode ist für jeden Menschen und jede Form von Angst gleichermaßen geeignet.
Meine therapeutischen Methoden
Je nach Anliegen können verschiedene Methoden in die therapeutische Arbeit einbezogen werden.
Therapeutische Gespräche
Das Gespräch bildet die Grundlage der gemeinsamen Arbeit.
Sie können schildern, was Sie erleben, welche Situationen Sie vermeiden und was Ihnen besonders Angst macht.
Gemeinsam betrachten wir Gedanken, Gefühle, körperliche Reaktionen und Verhaltensweisen, die mit Ihrer Angst zusammenhängen.
Dabei können neue Sichtweisen entstehen und konkrete nächste Schritte entwickelt werden.
PEP und Klopftechniken
Bei Angst, innerer Anspannung und belastenden Gefühlen können Klopftechniken als ergänzende Methode eingesetzt werden.
Dabei werden bestimmte Punkte am Körper stimuliert, während Sie sich gezielt mit einem belastenden Gedanken, Gefühl oder einer Situation beschäftigen.
Die Methode kann dazu genutzt werden, die eigene Reaktion auf eine belastende Situation bewusster wahrzunehmen und neue Möglichkeiten im Umgang damit zu entwickeln.
Ob und in welcher Form diese Methode für Sie geeignet ist, entscheiden wir gemeinsam.
Körperorientierte Methoden
Angst ist häufig unmittelbar körperlich spürbar.
Vielleicht kennen Sie:
- Herzklopfen
- flache oder schnelle Atmung
- Muskelanspannung
- Zittern
- Schwindel
- Unruhe
- Druck oder Engegefühl
Körperorientierte Übungen können dabei helfen, solche Reaktionen bewusster wahrzunehmen und einen besseren Umgang mit Anspannung und Stress zu entwickeln.
Dabei steht nicht das Versprechen im Vordergrund, körperliche Symptome sofort zu beseitigen, sondern der Aufbau eines besseren Verständnisses für die eigene Reaktion und eines größeren Handlungsspielraums.
Wieder mehr Freiheit im Alltag
Angst kann das Leben immer kleiner werden lassen.
Vielleicht gehen Sie bestimmten Orten aus dem Weg. Vielleicht sagen Sie Treffen ab oder planen Ihren Alltag so, dass Sie möglichst schnell wieder an einen sicheren Ort gelangen können.
Ein wichtiges Ziel der therapeutischen Arbeit kann deshalb sein, dass Angst nicht mehr so stark bestimmt, was Sie tun und was Sie vermeiden.
Dabei geht es um Ihre persönlichen Ziele.
Vielleicht möchten Sie wieder:
- alleine einkaufen gehen,
- öffentliche Verkehrsmittel benutzen,
- Auto fahren,
- reisen,
- Veranstaltungen besuchen,
- Menschen treffen,
- berufliche Termine wahrnehmen,
- das Haus verlassen, ohne ständig über eine mögliche Panikattacke nachzudenken.
Welche Veränderungen sinnvoll und realistisch sind, entscheiden wir gemeinsam.
Sie möchten etwas gegen Ihre Angst unternehmen?
Wenn Angst oder Panik Ihren Alltag zunehmend einschränken, können Sie Kontakt aufnehmen.
Wichtiger Hinweis
Angst und körperliche Symptome können unterschiedliche Ursachen haben. Insbesondere bei erstmalig auftretenden oder ungewöhnlich starken körperlichen Beschwerden sollte zunächst eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Eine Diagnose kann nicht anhand dieser Website gestellt werden.
Bei akuter medizinischer Gefahr oder unmittelbarer Lebensgefahr wenden Sie sich bitte an den Notruf 112.