Trauerbegleitung und Krankheitsbewältigung

Wenn sich das Leben plötzlich verändert

 

Der Verlust eines Menschen, eine schwere Erkrankung oder eine einschneidende gesundheitliche Diagnose können das bisherige Leben grundlegend verändern.

Vielleicht ist jemand gestorben, der Ihnen nahestand. Vielleicht müssen Sie mit einer eigenen Erkrankung oder der Krankheit eines Angehörigen umgehen. Möglicherweise hat sich Ihr Alltag innerhalb kurzer Zeit verändert und Sie fragen sich, wie Sie mit der neuen Situation zurechtkommen sollen.

Trauer und Krankheitsbewältigung verlaufen bei jedem Menschen anders.

Es gibt dabei keinen festen Zeitplan und auch keinen „richtigen“ Weg, mit einer solchen Veränderung umzugehen.

Sie dürfen sich Unterstützung holen, wenn Sie merken, dass Sie mit der Situation alleine nicht mehr weiterkommen.

 

Trauer – Abschied nehmen und mit dem Verlust leben

 

Trauer bedeutet nicht nur, einen Menschen zu vermissen.

Der Verlust eines nahestehenden Menschen kann viele Gefühle gleichzeitig auslösen:

 

  • tiefe Traurigkeit
  • Leere oder Einsamkeit
  • Wut oder Verzweiflung
  • Schuldgefühle
  • Angst vor der Zukunft
  • innere Unruhe
  • Rückzug von anderen Menschen
  • Schlaf- oder Konzentrationsprobleme
  • das Gefühl, den Alltag nicht mehr bewältigen zu können

 

Manchmal kommen diese Gefühle sofort. Manchmal entwickeln sie sich erst nach Tagen oder Wochen.

 

Auch wenn der Tod schon länger zurückliegt, kann die Trauer wieder sehr präsent werden – beispielsweise an Geburtstagen, Jahrestagen oder in bestimmten Alltagssituationen.

 

In der Begleitung geht es darum, Raum für das Erlebte und die damit verbundenen Gefühle zu schaffen und gemeinsam herauszufinden, wie Sie mit dem Verlust weiterleben können.

 

Wenn Abschied besonders schwerfällt

Manchmal gibt es Situationen, die die Trauer zusätzlich erschweren.

Vielleicht war der Tod plötzlich oder unerwartet. Vielleicht konnten Sie sich nicht verabschieden. Vielleicht belasten Sie Schuldgefühle oder ungelöste Konflikte.

Auch eine lange Erkrankung vor dem Tod kann sehr belastend sein. Angehörige erleben dann häufig bereits vor dem eigentlichen Verlust Abschied, Sorge und Überforderung.

 

Wir schauen gemeinsam darauf, was Sie gerade besonders beschäftigt und was Sie benötigen, um mit Ihrer persönlichen Situation besser umgehen zu können.

 

 

Krankheitsbewältigung

 

Eine Erkrankung kann das eigene Leben und das Selbstbild verändern.

Vielleicht haben Sie eine Diagnose erhalten, mit der Sie zunächst nicht gerechnet haben. Vielleicht müssen Sie mit Schmerzen, Einschränkungen, Unsicherheit oder einer veränderten Lebensplanung umgehen.

Auch wenn eine Erkrankung medizinisch behandelt wird, können die damit verbundenen Gedanken und Gefühle sehr belastend sein.

 

Vielleicht beschäftigen Sie Fragen wie:

  • „Wie soll mein Leben jetzt weitergehen?“
  • „Was kann ich überhaupt noch planen?“
  • „Werde ich wieder gesund?“
  • „Wie soll ich mit dieser Unsicherheit umgehen?“
  • „Wie verändert die Erkrankung meine Beziehung, meine Familie oder meinen Beruf?“

Solche Gedanken können Angst, Traurigkeit, Wut oder Hilflosigkeit auslösen.

In der therapeutischen Begleitung geht es darum, diese Belastungen ernst zu nehmen und gemeinsam Möglichkeiten für den Umgang mit der veränderten Lebenssituation zu entwickeln.

 

Wenn ein Angehöriger erkrankt

Auch die Erkrankung eines nahestehenden Menschen kann das eigene Leben stark beeinflussen. Als Angehöriger können Sie zwischen Sorge, Verantwortungsgefühl, Hilflosigkeit und den eigenen Bedürfnissen stehen.

Vielleicht kümmern Sie sich ständig um andere und merken erst spät, dass Ihre eigenen Kräfte nachlassen. Dann kann es hilfreich sein, sich bewusst Zeit für die eigene Situation zu nehmen.

 

Wir können gemeinsam anschauen:

  • Was belastet Sie momentan am meisten?
  • Welche Sorgen beschäftigen Sie?
  • Wo übernehmen Sie Verantwortung?
  • Wo brauchen Sie Entlastung?
  • Welche Grenzen sind für Sie wichtig?
  • Wie können Sie für einen anderen Menschen da sein, ohne sich selbst dabei zu verlieren?

 

Meine therapeutische Unterstützung

 

Trauer und Krankheitsbewältigung brauchen keine Standardlösung.

Deshalb steht zunächst Ihre persönliche Situation im Mittelpunkt.

 

Im therapeutischen Gespräch können wir beispielsweise betrachten:

  • Ihre aktuellen Gefühle und Gedanken
  • Ängste und Sorgen
  • Schuldgefühle
  • Veränderungen im Alltag
  • Beziehung und Familie
  • berufliche Belastungen
  • den Umgang mit Unsicherheit
  • persönliche Grenzen


Ihre bisherigen Möglichkeiten, mit schwierigen Situationen umzugehen

Dabei geht es nicht darum, Ihnen vorzuschreiben, wie Sie trauern oder mit Ihrer Erkrankung umgehen sollten. Sie bestimmen das Tempo und entscheiden, welche Themen Sie bearbeiten möchten.

 

Methoden, die unterstützend eingesetzt werden können

 

Je nach persönlicher Situation können unterschiedliche Methoden in die therapeutische Arbeit einbezogen werden.

 

Therapeutische Gespräche

Das Gespräch bildet die Grundlage.

Sie erhalten Raum, über das zu sprechen, was Sie beschäftigt – auch über Gedanken oder Gefühle, die Sie gegenüber Familie und Freunden vielleicht nur schwer äußern können.

Gemeinsam können wir versuchen, das Erlebte einzuordnen und herauszufinden, welche nächsten Schritte für Sie hilfreich sein könnten.

 

Körperorientierte Methoden

Trauer und gesundheitliche Belastungen können sich auch körperlich bemerkbar machen. Vielleicht fühlen Sie sich ständig angespannt, erschöpft oder innerlich unruhig. Manche Menschen nehmen ihren Körper in belastenden Phasen besonders intensiv wahr.

Körperorientierte Übungen können dabei unterstützen, die eigene körperliche Reaktion bewusster wahrzunehmen und einen besseren Umgang mit Anspannung und Stress zu entwickeln.

Belastende Gefühle können manchmal sehr intensiv werden – beispielsweise Angst, Hilflosigkeit, Schuldgefühle oder innere Anspannung.

PEP bzw. Klopftechniken können als ergänzende Methode eingesetzt werden, während Sie sich mit einem belastenden Thema oder Gefühl beschäftigen.

Dabei werden bestimmte Körperpunkte stimuliert und die eigene Wahrnehmung gezielt auf das aktuelle Thema gelenkt.

Die Methode kann Ihnen dabei helfen, Ihre Reaktionen auf eine belastende Situation bewusster wahrzunehmen und neue Möglichkeiten im Umgang damit zu entwickeln. Ob diese Methode für Sie passend ist, entscheiden wir gemeinsam.

 

Kreative Methoden

Nicht alles, was einen Menschen beschäftigt, lässt sich sofort in Worte fassen.

Gerade bei Trauer können Erinnerungen, Gefühle oder innere Bilder eine große Bedeutung haben. Wenn es für Sie passend ist, können deshalb auch kreative Methoden eingesetzt werden.

Bilder, Farben oder andere kreative Ausdrucksformen können dabei helfen, Gefühle auszudrücken, für die momentan vielleicht noch keine Worte vorhanden sind.

Dabei geht es nicht darum, künstlerisch begabt zu sein.

Mit dem Verlust leben – ohne den Menschen zu vergessen

Trauer bedeutet nicht, einen geliebten Menschen irgendwann einfach zu „vergessen“ oder die Vergangenheit hinter sich zu lassen.

Vielmehr kann es darum gehen, einen persönlichen Umgang mit dem Verlust zu finden und gleichzeitig wieder Raum für das eigene Leben entstehen zu lassen.

Das kann sehr unterschiedlich aussehen.

Vielleicht möchten Sie Erinnerungen bewahren. Vielleicht möchten Sie über etwas sprechen, das Sie belastet. Vielleicht möchten Sie herausfinden, wie Sie Ihren Alltag nach dem Verlust neu gestalten können.

Es gibt dabei keinen vorgeschriebenen Weg.

 

Neue Lebenssituation – neue Orientierung

 

Auch nach einer Erkrankung oder einer schwierigen Diagnose kann sich die Frage stellen:

„Wie möchte ich mein Leben unter den neuen Bedingungen gestalten?“

Manchmal geht es darum, Prioritäten neu zu setzen. Manchmal darum, Grenzen zu akzeptieren. Manchmal darum, trotz Einschränkungen wieder Dinge zu finden, die Freude oder Sinn geben.

In der therapeutischen Begleitung können wir gemeinsam schauen, welche Möglichkeiten Ihnen in Ihrer aktuellen Situation zur Verfügung stehen und welche nächsten Schritte für Sie realistisch sind.

 

Wann kann eine Trauer- oder Krankheitsbegleitung sinnvoll sein?

 

Sie können sich Unterstützung holen, wenn Sie beispielsweise merken:

  • Die Trauer bestimmt Ihren Alltag sehr stark.
  • Sie kommen gedanklich immer wieder an denselben Punkt.
  • Sie fühlen sich mit Ihren Gefühlen allein.
  • Schuldgefühle belasten Sie.
  • Sie haben Angst vor der Zukunft.
  • Eine Erkrankung verändert Ihr bisheriges Leben.
  • Sie fühlen sich durch die Situation überfordert.
  • Sie finden nur schwer zurück in Ihren Alltag.
  • Sie möchten über etwas sprechen, das Sie bisher mit niemandem besprechen konnten.
  • Sie müssen nicht warten, bis es Ihnen „schlimm genug“ geht.

 

Ein erstes Gespräch

 

Wenn Sie sich gerade in einer schwierigen Lebenssituation befinden, können wir in einem ersten Gespräch zunächst in Ruhe klären, was Sie beschäftigt und welche Unterstützung für Sie sinnvoll sein könnte.

Sie müssen Ihre Situation nicht vorher genau erklären können.

Sie können einfach mit dem beginnen, was Sie momentan am meisten belastet.

Möchten Sie darüber sprechen, kontaktieren Sie mich gerne für ein kostenfreies Erstgespräch.

 

Wichtiger Hinweis

 

Trauer ist zunächst eine natürliche Reaktion auf einen Verlust und nicht automatisch eine psychische Erkrankung. Auch die psychische Belastung durch eine Erkrankung kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein.

Diese Website ersetzt keine medizinische oder psychiatrische Diagnostik. Bei neuen, starken oder unklaren körperlichen Beschwerden sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Bei akuter Gefahr oder unmittelbarer Lebensgefahr wenden Sie sich bitte an den Notruf 112.


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